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Virtuelles Wasser – die versteckte Wasserverschwendung?

 


 

1. Trinkwasser weltweit

 


  


 

2. Virtuelles Wasser
die versteckte Wasserverschwendung

Auch wenn wir beim Zähneputzen, Wäsche waschen oder Klo spülen sparsam damit umgehen, wir verbrauchen viel mehr Wasser, als wir denken. Denn jedes Alltagsprodukt hat einen Wasserfußabdruck, den wir nicht sehen.

Knapp eine Badewanne pro Tag:  120 Liter Wasser
Kaffee hat einen höheren virtuellen Wasserverbrauch als Tee: 130 Liter im Gegensatz zu 30 Liter pro Tasse

Deutschland ist eines der Vorzeigeländer, was Wassersparen angeht: Wir verbrauchen nur 120 Liter täglich von dem wertvollen Rohstoff. Und trotzdem sind wir richtige Wasserverschwender: Mehr als 4.000 Liter Wasser verbrauchen wir am Tag, wenn man auch das sogenannte virtuelle oder versteckte Wasser einrechnet. Also das Wasser, das zur Herstellung von Produkten benötigt wird. Ob Kleidung oder Lebensmittel, überall steckt literweise Wasser drin, das verbraucht oder verschmutzt wurde.
Besonders interessant wird der Blick auf das virtuelle Wasser, wenn es um den Wassermangel in anderen Regionen der Welt geht. Denn durch den Import wasserreicher Produkte kann es sein, dass unser Lebensstil dort Schaden anrichtet.
"Faszination Wissen" fragt, was steckt hinter den Konzepten des virtuellen Wassers und des Wasserfußabdrucks, und wie sinnvoll und aussagekräftig sind sie? Kann der Einzelne durch virtuelles Wassersparen Einfluss auf weltweite Wasserprobleme nehmen?

Auch wenn wir beim Zähneputzen, Wäschewaschen oder Klospülen sparsam damit umgehen, wir verbrauchen viel mehr Wasser als wir denken. Denn jedes Alltagsprodukt hat einen Wasserfußabdruck, den wir nicht sehen.

Was ist virtuelles Wasser?

"Virtuelles Wasser" ist das Wasser, das beim Anbau oder bei der Herstellung von Produkten verbraucht oder verschmutzt wird.

Wie wird der "Wasserfußabdruck" ermittelt?

Der Wasserfußabdruck soll zeigen, wie viel Wasser wir insgesamt verbrauchen - aus der Leitung und virtuell. Erfunden hat ihn Arjen Hoekstra, Professor für Wassermanagement an der niederländischen Universität Twente. Arjen Hoekstra und sein Team erfassen alle Herstellungsschritte eines Produktes und analysieren dann den Wasserverbrauch und die Wasserverschmutzung in jedem Schritt der Produktions- und Lieferkette. Dazu durchforsten die Wissenschaftler Handelsbilanzen, Statistiken, nutzen Fernerkundungsdaten von Satelliten und vergleichen Produktionsarten.

Wieso kann Wasser "grün", "blau" oder "grau" sein?

Diese Farb-Palette hilft Wissenschaftlern dabei, Wasserverbrauch nach Schädlichkeit einzuteilen. "Grünes Wasser" heißt Regenwasser. Sein Verbrauch ist an sich nicht schädlich, kann aber zu Problemen führen, denn es macht einen Unterschied, ob man Regenwasser nutzt, um Essen für Menschen herzustellen, Pflanzen für Bioenergie anzubauen oder Futterpflanzen zu bewässern, die für den Export bestimmt sind.

"Blaues Wasser" steht für Wasser aus Flüssen, Seen und das Grundwasser. Was passiert, wenn "blaues Wasser" übermäßig verbraucht wird, zeigt der Aralsee: Er ist aufgrund des wasserintensiven Anbaus von Baumwolle in dieser trockenen Region inzwischen fast ganz ausgetrocknet. Als "Graues Wasser" wird Schmutzwasser bezeichnet, das die Wasserbilanz eines Produktes deutlich verschlechtert.

Was hilft wirklich beim Wassersparen?

Generell hilft es, weniger Fleisch zu essen, Lebensmittel saisonal sowie regional einzukaufen, weniger Kleidung zu kaufen und diese länger zu tragen, auf Biobaumwolle statt konventionell hergestellte Baumwolle zu setzen und auch mal gebrauchte Produkte zu kaufen.

Im Supermarkt wassersparsam einzukaufen, ist sogar für Wasserexperten schwierig. Hier ist die Politik gefragt, die den Konsumenten beim Überblick über den Wasserfußabdruck von Produkten helfen könnte - indem sie die Informationsmöglichkeiten verbessert, zum Beispiel durch ein Wasser-Siegel auf den Produkten. Ein Traum, aber bisher nur Wunschdenken, wäre eine internationale Strategie und eine weltweite Organisation, die sich damit beschäftigt, wie Wasser auf der Erde sinnvoll genutzt werden könnte.

Quelle: http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/faszination-wissen/fawi-virtuelles-wasser-wasserfussabdruck-100.html

 


 

3. Was ist Virtuelles Wasser?

Quelle: http://www.bund-heidelberg.de/

 


 

4. Ist Wasser sparen in Deutschland unsinning?

Ist es eine Umwelt-Verschwörungstheorie oder ist etwas dran: In Deutschland Wasser zu sparen, soll nicht nur blödsinnig sein, sondern mitverantwortlich dafür, dass Wasser immer teurer wird.

Tatsächlich haben die Deutschen das Wassersparen verinnerlicht wie sonst kaum eine Nation in Europa. In den vergangenen 20 Jahren ist es gelungen, den Pro-Kopf-Verbrauch kontinuierlich nach unten zu schrauben. Wurden hierzulande Anfang der 90er-Jahre noch etwa 150 Liter pro Tag im Haushalt verbraucht, sind es heutzutage – im Schnitt – gut 20 Liter weniger.

In Deutschland wurden Zisternen gebaut, auch wenn sich die Kosten niemals wieder reinholen lassen, die Menschen stellen beim Zähneputzen brav das Wasser aus und benutzen einen Zahnputzbecher, alte Waschmaschinen und Geschirrspüler wurden entsorgt und neue, sparsamere gekauft, überall sind Spartasten und Regulierer installiert, nur eines wurde nicht erreicht: den Wasserpreis zu senken.

Die EU will uns noch mehr zum Sparen anhalten

Sehr ambitionierte Ziele, was die Senkung des Wasserverbrauchs angeht, hat die Europäische Union. Eine neue Richtlinie, die derzeit diskutiert wird und bis 2014 umgesetzt werden soll, sieht vor, Hausbesitzer und Vermieter zu verpflichten, gewisse Standards einzubauen. Dazu gehören neben wassersparenden Duschköpfen und Toilettenspülungen auch Wasserhähne, die weniger Durchfluss haben. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass Immobilienbesitzer insgesamt zehn Milliarden Euro aufwenden müssten, wenn die Richtlinie so umgesetzt wird.

Wasser sparen oder verbrauchen?

Nicht nur deshalb wird heiß diskutiert, ob die EU-Richtlinie für Deutschland überhaupt Sinn ergibt. In Spanien liegt der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch mehr als doppelt so hoch wie hier. Aber Deutschland kann über Wasserknappheit nicht klagen, und es ist auch technisch noch nicht möglich, Wasser über so weite Strecken zu "exportieren". Am Ende der Pipeline wäre das Trinkwasser so verschmutzt und verkeimt, dass es erst aufwändig wiederaufbereitet werden müsste. Mittlerweile versucht die EU zwar zu beschwichtigen und stellt eine individuelle Umsetzung der Wasserspar-Richtlinie in Aussicht, wie diese aber aussehen soll, ist nicht klar.

Tatsache ist nämlich auch: Deutschland hat Wasser im Überfluss. Jährlich könnte hierzulande auf knapp 190 Milliarden Kubikmeter Wasser zurückgegriffen werden. Nur ein Bruchteil der Regenmenge, die vom  Himmel fällt, fließt aber in die Haushalte. Das meiste Wasser versickert als Grundwasser in den Boden und geht zurück in den Wasserkreislauf.

Die Folgen des sinkenden Wasserverbrauchs

Nicht nur riesige Rohrleitungssysteme, auch gigantische Speicherseen sind für den erwarteten Wasserverbrauch angelegt worden.

Das Trinkwasserversorgungs- und Abwassernetz sowie die Aufbereitung des Wassers in den Wasserwerken und Kläranlagen ist noch zu Zeiten dimensioniert worden, als für Deutschland ein linear ansteigender Verbrauch vorhergesagt worden ist. Mittlerweile passen jedoch die Infrastruktur und die tatsächliche Entnahmemenge nicht mehr zusammen.

Die Planer sind bereits in den 1970er-Jahren davon ausgegangen, dass der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch ansteigt. Und zwar auf mehr als das Doppelte als es dem heutigen tatsächlichen Verbrauch entspricht. Entsprechend ausgebaut wurden damals nicht nur die Wasserwerke und Kläranlagen, sondern das gesamte deutsche Wasserversorgungsnetz sowie die Kanalisation. Im Gegensatz zu diesen Berechnungen ist aber nicht nur der private, sondern auch der industriell-gewerbliche Verbrauch drastisch zurückgegangen. Noch drastischer ging der Wassereinsatz im industriell-gewerblichen Bereich zurück. Heutzutage wird in deutschen Unternehmen durch Kreislauf- und Kaskadenführungen jeder Tropfen Wasser im Durchschnitt fast sechsmal genutzt.

 

Der sinkende Wasserverbrauch hat jedoch Auswirkungen:

  • In manchen Regionen Deutschlands fließt das Trinkwasser zu langsam durch die Rohre und es könnten sich dadurch Keime bilden. Stehendes Wasser kann zudem zu Korrosion in den Rohren führen.
  • Das Abwasser spült wegen der geringen Menge nicht mehr alle Ablagerungen aus der Kanalisation. Dadurch kann sich Schwefelsäure bilden, die dort Schäden verursachen. Es entsteht zudem Fäulnisgestank, vor allem in regenarmen Perioden, der dann wiederum mit aufgehängten Gelmatten bekämpft wird.
  • In manchen Gegenden Deutschlands ist noch ein anderes Phänomen zu beobachten: Der Grundwasserspiegel steigt, weil zu wenig Grundwasser entnommen wird. Das hat teilweise zur Folge, dass Wasser in die Häuser drückt.

 

Ein Rückbau des gesamten Wasserversorgungsnetzes wäre also sinnvoll, aber auch teuer. Zumal viele Leitungen noch gar nicht abgeschrieben sind. Die stetig klammen Kassen der Kommunen würden solche weitreichenden Maßnahmen auch gar nicht zulassen. Für die Wasserversorger ist es deshalb tatsächlich "günstiger" Rohre und Kanäle mit Trinkwasser durchzuspülen.

Paradox: Wasser sparen macht Wasser teurer

Die wenigsten Verbraucher wissen, dass nur etwa ein Drittel der Kosten den tatsächlichen Wasserverbrauch widerspiegeln. Der Rest sind quasi Fixkosten. Eine Grundgebühr, die sich aus den Unterhaltungskosten für die Infrastruktur, den Personalkosten und der Aufbereitung zusammensetzt. Nur weil in deutschen Haushalten weniger Wasser verbraucht wird, bedeutet das nicht, dass die Rohre nicht gespült und Klärwerke ausgeschaltet werden können. Im Gegenteil! Die Wasserversorger holen sich ihr Geld über einen teureren Kubikmeterpreis zurück, wenn ihre Ware Absatzschwierigkeiten hat. Das wiederum könnte die Verbraucher dazu anspornen, noch mehr Wasser zu sparen. Eine Spirale nach unten sozusagen. Viele Tausend Liter Trinkwasser werden trotzdem durch das Rohrnetz gepumpt, um die Leitungen frei zu halten. Der Wasserpreis bleibt – paradoxerweise – nur stabil, wenn der tägliche Wasserverbrauch ebenfalls stabil gehalten wird.

Fazit

Die Probleme, die sich aus dem sparsamen Wasserverbrauch und den Folgen für ein überdimensioniertes Leitungssystem ergeben, sind natürlich kein Freibrief, Wasser in rauen Mengen zu verschwenden. Dadurch wird das Wasser auch nicht billiger. Es ist allerdings mittlerweile weder eine ökologische und auch keine ökonomische Überlegung mehr, Wasser in Deutschland eisern zu rationieren. Ein vernünftiger und unverkrampfter Umgang mit den Thema wäre wünschenswert.

Es bedeutet auch nicht, dass es völlig unproblematisch ist, jeden Tag in die Badewanne zu steigen. Die Erwärmung von Wasser ist nämlich durchaus ökologisch bedenklich, weil hierzu ein enormer Energieaufwand betrieben wird und die Energie kostet dann auch Geld.

Es  gibt es noch ganz andere Möglichkeiten Wasser zu sparen

und damit wirklich den wasserarmen Gegenden dieser Welt Rechnung zu tragen:
Indem wir sorgsam darauf achten und zumindest wissen, wie viel Wasser in den Produkten steckt, die wir kaufen und verzehren.
Der so genannte "virtuelle" Wasserverbrauch ist nämlich im Schnitt um ein Vielfaches höher. Mit Tomaten aus Spanien, täglichem Fleischverzehr oder dem Kauf eines Baumwoll-T-Shirts "verbrauchen" wir nämlich bis zu 4.000 Liter täglich und das vielleicht in Gegenden, die nicht mit unseren Regenmengen gesegnet sind und in denen Wasser eine knappe Ressource darstellt. Gerade weil dieses Wasser aber für uns "unsichtbar" bleibt, wäre es wichtig, sich darüber einmal Gedanken zu machen und sich mit der Verlagerungsproblematik auseinanderzusetzen.

Quelle: http://www.br.de/radio/bayern1/inhalt/experten-tipps/umweltkommissar/wasser-sparen-umwelt100.html

 


 

5. Ist Wasser sparen sinnlos?
Vom richtigen Umgang mit Wasser

Wasser sparen gilt allgemein als Tugend – auch in unseren Breitengraden, wo Wassermangel nicht gerade zu den drängenden Problemen gehört. Aber wie sinnvoll ist es eigentlich, beim Duschen, Putzen und Blumen gießen auf Einsparmöglichkeiten zu achten? Experten meinen: Eigentlich nicht.

Wasser sparen – aber warum?

Beim Thema Wasser sparen schielen viele Nutzer natürlich instinktiv auf ihre Geldbörse. Aber wie groß ist das finanzielle Sparpotenzial wirklich? Eine Beispielrechnung: Die Stadtwerke München berechnen pro Kubikmeter Wasser ziemlich genau 1,68 Euro. Bei einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 122 Litern pro Tag (Quelle: Statista) ergibt das eine monatliche Belastung von rund 6,20 Euro pro Nase. Dazu kommen noch die etwas günstigeren weil mehrwertsteuerfreien Abwassergebühren von rund 5,80. Die Preise sind bekanntermaßen regional stark unterschiedlich, aber die Größenordnung bleibt dieselbe. Da liegt für eine Großfamilie mit Oma und Hund ein gewisses Sparpotenzial, für einen bundesdeutschen Durchschnittshaushalt ist das aber überschaubar – und es erklärt nicht den Hype ums Thema, der regelmäßig durch die Medien schwappt.

Wasser sparen für die Umwelt

Ein zweiter Aspekt ist eine mögliche Gefährdung des Grundwassers – immerhin stammt rund Dreiviertel des Haushaltswassers von dort. Und tatsächlich gibt es Beispiele dafür, dass das sinnvoll ist: Immer wenn Ballungsräume ihren Wasserbedarf in großem Umfang aus dem weiter entfernten Umland beziehen, kann das die Grundwassersituation dort beeinträchtigen. Ein aktuelles Beispiel liefert der Hamburger Wasserversorger, der sich seit Jahrzehnten an den Ressourcen der Lüneburger Heide bedient und dort nach Überzeugung zum Beispiel des BUND merkliche Schäden anrichtet. An dieser Stelle können Sie übrigens aktiv werden: Fragen Sie Ihren Wasserversorger einfach mal, woher der sein Wasser bezieht. Oft finden sich solche Auskünfte auch online.

Im Allgemeinen ist das Grundwasser, das Niederschlägen normalerweise stets auffüllen,  in Deutschland nicht durch übermäßige Wasserentnahme in Gefahr, so das Umweltbundesamt. In unseren Breitengraden kommen die Probleme aus einer anderen Richtung.

Die Wasserfrage ist die Energiefrage

Denn das Hauptproblem ist nicht, wie viel Wasser wir verbrauchen, sondern was wir damit machen – zum Beispiel warm Duschen, aber nicht nur. Laut dem Netzwerk Energieberater verbrauchen wir rund 25 bis 30 Prozent unseres Wassers in Form von Warmwasser für Körperpflege, Kochen, Waschen, Putzen und anderes – hier liegt ein Sparpotenzial im nachhaltigen Sinn. Denn die Energie dafür stammt meist nicht aus regenerativen Energieträgern, sondern aus dem nächstgelegenen Kohle- oder Kernkraftwerk. Nicht duschen schadet, sondern heiß duschen.

Energie spielt sogar eine noch größere Rolle bei der Wasseraufbereitung: Wasser wird ja nicht wirklich ver-braucht. Wir ge-brauchen es und liefern es anschließend durch die Kanalisation wieder ab – in mehr oder weniger verschmutztem Zustand. Alle Wasserwerke betreiben einen beispiellosen Aufwand für die Klärung der Abwässer – mit entsprechendem Energiebedarf. Wer also nachhaltig handeln möchte, verringert weniger den Wasserverbrauch, sondern vor allem zum Beispiel die Menge an Chemikalien, die in Form von Putzmitteln, WC-Reinigern, Seifen und Shampoos ins Abwasser gelangen und dort mit hohem Energieeinsatz herausgefiltert werden müssen.

Konservativer Energiemix: Trotz wachsender Bedeutung regenerativer Energiequelle stammt der Großteil unseres Stroms aus fossilen Energieträgern oder der Kernkraft. Solange das so ist, bedeutet Ressourcenschonung in erster Linie Stromvermeidung – auch im Umgang mit Wasser.

Das richtige Wasser verwenden

Der hohe Aufwand ist nötig, weil alles Wasser, das in den Haushalt gelangt, Trinkwasserqualität haben muss – obwohl das oft gar nicht nötig wäre. Für Toilettenspülungen, Rasensprenger und anderes könnte Wasser minderer Qualität verwendt werden, soweit verfügbar. Haus- und Gartenbesitzer könnten zum Beispiel Regenwasser sammeln oder mit einer Grauwasseranlage das nur leicht belastete Abwasser aus Dusche, Badewanne, Waschbecken, Spüle, Geschirrspüler und Waschmaschine selbst in Brauchwasser wandeln. Das reicht zum Beispiel für die Toilettenspülung. Das ist wegen des notwendigen zweiten Wasserkreislaufs allerdings teuer – und in Mietwohnungen sowie so kaum umzusetzen.
Der Grundsatz gilt aber immer: Wenn Wasser sparen, dann Trinkwasser.

Virtuelles Wasser ganz konkret

Und wer ernsthaft an schwindende Ressourcen in anderen Weltgegenden denkt, wo Wasserknappheit wirklich ein großes Problem darstellt, muss sich mit dem Thema Virtuelles Wasser beschäftigen und zum Beispiel Lebensmittel vermeiden, die bei der Produktion übermäßig viel Wassereinsatz erfordern – zum Beispiel Mandeln: 80 Prozent der Weltproduktion – ob für den Verzehr oder die Kosmetikindustrie – stammen aus Kalifornien. Das sind rund 880.000 Tonnen jedes Jahr und jede einzelne Mandel benötigt rund vier Liter Wasser für die Reifung. So verbrauchen die kalifornischen Mandelerzeuger – mittlerweile oft unter Nutzung selbst gebohrter Grundwasser-brunnen – jedes Jahr dreimal so viel Wasser wie die Millionenstadt Los Angeles. Und das in einer Klimazone, die nicht gerade für besonderen Wasserreichtum bekannt ist. Das ist nur ein Beispiel für problematischen Wassereinsatz.

 

Quelle: http://www.chip.de/artikel/Ist-Wasser-sparen-sinnlos-Die-Wahrheit-ueber-den-Wasserverbrauch_115939372.html